Am Strand

Timor Tag 3-5
Bin ein bisschen im Verzug, aber bin gerade im Urlaubsmodus. Also so richtig. Chille grad in unserem Zimmer, nachdem ich mir einen Sonnenbrand gegönnt habe. Wir sind nämlich auf die Insel gefahren.
Aber fangen wir von Vorne an. Tag 3 habe ich ausgeschlafen. War einfach mal bis 3AM wach….. und während ich das Schreibe fällt mir wieder auf, wie sehr sich die Denkweise ändert. Jetzt ist es oft nicht mehr 3 Uhr morgens sondern AM und PM Zeiten. Auch wenn ich immer noch irritiert bin, dass 12:35 PM, O:35 Uhr ist und andere Nationen unser Halb 7 nicht verstehen, weil es da Half Past 6 ist. Vielleicht hat deswegen mein Host mir 3 Mal gesagt, um welche Zeit wir los gehen.
Meinen letzten Tag in Dili habe ich mich gegen Mittag wieder mit Sascha getroffen. Zuerst wollten wir Fährtickets kaufen. Natürlich kamen wir zur Ticketkasse, als Diese gerade Zu hatte. Also Erstmal eine Stunde spazieren gehen in der übelsten Hitze. Die Tickets waren Spottbillig mit 4$ für eine Fahrt. Schnellboot wären wohl über 15$ gewesen. Der Zeitunterschied ist halt schon deutlich zwischen 1,5h mit Schnellboot und 3h mit Fähre. Wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Dann ging’s zum Autoverleih. Da wir nach Jaco Island und Mt. Ramelau wollten, brauchten wir ja einen fahrbaren Untersatz. Zu dem Zeitpunkt wussten wir nicht mal, ob Sascha einen Führerschein dabei hat oder nicht, aber Fragen kann man ja Mal. Nachdem wir es überschlagen hatten, wären es für Jeden 272€ für 5 Tage gewesen. Viel zu viel. Aber eine andere Option hatten wir bisher nicht. Dazu kam noch, dass die vom Verleih uns gesagt haben, dass teilweise Straßen die wir nehmen wollten nicht Befahrbar waren. Toll. Mal wieder alles Umschmeißen. Nachdem Sascha gerade plant, tat es mir natürlich weniger Weh als ihm. Trotzdem mussten wir wieder einen neuen Plan A, B &C ausarbeiten. Innerlich hatten wir mit dem Auto leihen also schon abgeschlossen. Nach einem Banh Mi in der Mall und einer heißen Schoki (Bei 30 Grad) haben wir also weiter geplant. Evtl. mit Bus dahin, aber das würde uns halt eine Strecke fast 3 Tage kosten und wir mussten zumindest zu Saschas Rückflug am Sonntag wieder in Dili sein. Ich hatte ja, wie immer keinen. Ups.
Das habe ich dann, als ich wieder zu meinem Host bin gegooglt und verzweifelt meine Eltern angerufen. Wenn ich ins Outback wollte und danach nach Hobart weiter würde mich das Ganze über 1000€ Kosten. Man darf die Kosten echt nicht unterschätzen und irgendwann wandert das Konto Rapide runter. Vor Allem, da Timor zum Beispiel nicht so günstig ist, wie Indonesien. Wenn der Dollar ins Spiel kommt, wird alles übelst Teuer. Nach einem kurzen Kriegsrat mit meiner Familie, habe ich mich dann doch fürs Outback entschieden und die billigste Variante recherchiert. Zu meiner Verwunderung war das nicht mal der Bus, sondern 3 Flüge. Ich muss dadurch auch leider nochmal knapp 24 Stunden in Darwin verbringen, was mich dezent nervt. Das heißt auch wieder Partyhostel. Habe leider keinen Host für Couchsurfing gefunden, da dort gerade irgendein Festival ist. Werde ich mir mal anschauen Abends. Bin trotzdem froh, wenn es in den nächsten Flieger nach Alice Springs geht. Mal schauen was das Outback kann. Muss da auf jeden Fall noch Touren buchen. Mittlerweile ist mein Mindspace schon am Rückflug buchen. Es ist ja kaum noch Zeit übrig, obwohl ich nicht mal die Hälfte der Zeit um habe. Ich werde wirklich Inselhopping betreiben und nicht nur nach Polynesien gehen, daher muss ich mich zumindest darum kümmern von wo aus ich zurück fliege. Es geht auf jeden Fall über LA zurück. Habe mir auch mal die Zeitsprünge angesehen. Neuseeland habe ich +10h und Polynesien plötzlich -19h. Zum Glück bin ich nicht anfällig für Jetlag.
Ist gerade viel zu recherchieren, aber ich habe es halt vorher nicht gemacht. Rächt sich ein bisschen, obwohl mein Plan auch jeden Tag wieder anders aussieht. Das nächste Mal mache ich mal ein Screenshot von meinen Recherche-Tabs im Internetbrowser. Unter 15 komme ich da mittlerweile nicht mehr aus.
Meinen letzten Abend in Dili haben mich dann Michelle (mein Host) und ihre Partnerin zum Futsal mitgenommen. Habe das noch nie Live gesehen. Es war wohl auch ein Halbfinale eines Turniers. Ich hatte faktisch keine Ahnung wie das genau läuft mit den Regeln, aber sie haben mir gesagt wen ich anfeuern sollte. Unser Team hat leider verloren, aber es hat trotzdem echt Bock gemacht.

Echt gut, dass sie mich Abends einfach mitgenommen haben. Ist auch nicht Selbstverständlich. Vor allem weil sie dann immer Einladen und im Nachsatz kommt „Aber du musst wirklich nicht, wenn du nicht willst.“ Da wir den Abend davor zusammensaßen, war das aber kein Thema. Man will ja auch Wissen, was in anderen Ländern so abgeht.

Am nächsten Tag hat mich mein Host noch zum Hafen gebracht. Nachdem das Auto einen Platten hatte mussten wir Roller fahren. Das erste Mal seit 4 Jahren. War total ungewohnt, aber war so ein bisschen, wie die guten alten Tage in Vietnam mit Anna. An der Fähre hat dann auch Sascha gewartet und tatsächlich ging es Ewig bis der Spaß los ging. Also das man um 7am da sein soll, wenns um 8am los geht war so unnötig. Am Ende sind wir glaube ich mit fast 45Minuten Verspätung los. Habe nur gehofft, dass das zu den 3,5h Fahrtzeit gehört hat. Hat es tatsächlich auch. Aber keine deutsche Pünktlichkeit hier. Schon leidig. Das Schiff war übrigens von Deutschland gesponsert, hatte aber eine Belgische Flagge drauf. Hat sich wohl jemand vermalt.

Die Fähre war übrigens hoffnungslos Überfüllt. Wir haben erst hinterher erfahren, dass Samstags Markt auf Atauro war. Unter der Woche sind die Straßen hier ausgestorben. Zu unserer Unterkunft konnten wir laufen. Für mich war das am Anfang etwas… nun ja…. Interessant als ich die Sanitäranlagen gesehen habe. Ihr bekommt ein Bild von der Dusche. Die Toilette lasse ich mal aus.

Ist alles sehr einfach hier. Strom gab es auch Keinen als wir ankamen, aber tagsüber kann man das schon verschmerzen. Um 2 Uhr ging aber alles. Unser Zimmer ist auch echt nice.

Keine Aircon, aber ein kleiner Ventilator. Das waren wir ja schon von meiner letzten Unterkunft gewöhnt und mit 24 Grad Nachts geht das echt gut. Mittlerweile ist man daran gewöhnt. Bin gespannt, wie es wird wenn ich von Mitte 20 Grad in Alice Springs auf 5 Grad in Hobart Wechsel. Ich denke ich werde nach Queenstown auch nochmal zurückschicken. Mein Rucksack ist einfach viel zu schwer. Besonders den Foto hätte ich mir sparen können, da ich den Quasi nie benutze.
Ich trage hier halt auch noch je 3 Lange Hosen und Pullis mit mir rum, die ich bei 20 Grad nicht brauche. Sascha droht mir schon immer an für mich auszusortieren. Der Föhn wird auf jeden Fall irgendwann in einem Hostel zurück gelassen, da meine Haare sich aufgrund des Klimas eh immer locken. Also es ist Einiges zu überdenken, da mein Rucksack mittlerweile wieder auf 16Kg angewachsen ist. Das ist einfach kaum tragbar. Für die Roller haben wir für mich extra ein Rucksackgestell angefragt, sonst wird das nichts.
Ja, aber zurück zu unserer Unterkunft. Alles in Allem ist die echt Gut. Der Strand ist etwas versetzt, da bei uns relativ viele Algen sind, aber das macht nichts. Die Anlage ist super. Alles kleine Wege, zwischendrin Hängematten, Strandkörbe und Liegen. Ein perfekter Ort um Urlaub im Urlaub zu machen.

Auch das Essen ist Top, auch wenns am ersten Abend Fisch gab. Hier kann man auch Aussuchen, ob man Lunch, Dinner oder Beides will. Wir lassen den Lunch immer aus und essen nur Dinner. Das reicht Vollkommen, da die Portionen Abends und Morgens echt gut sind. Also alles lässig hier. Der Schlafrhythmus von Sascha und mir geht voll aneinander vorbei. Während ich mir meist die Nacht um die Ohren schlage und ausschlafe, geht er früh ins Bett und steht zum Sonnenaufgang auf. Deswegen hatte ich auch voll das schlechte Gewissen, als ich am ersten Abend um kurz vor 3 Schlafen gegangen bin. In Deutschland war Familien-Hoffest und da wollte ich zumindest ein bisschen dabei sein. 7h Zeitverschiebung ist halt Einiges. Gestern waren wir dann übrigens Schnorcheln, nachdem mir Tauchen zwecks Epilepsie verboten wurde, was mich mal dezent nervt. Daher durfte ich immerhin mit Rettungsweste schnorcheln. Die haben hier ein Riff direkt am Strand. Wir wurden dann mit dem Boot ein bisschen rausgefahren und ein Guide war mit uns unterwegs und hat uns ein bisschen was gezeigt. Ging immerhin eine knappe Stunde und hat voll Spaß gemacht. Aktuell warte ich ja auf Sascha, bis er wieder vom spazieren zurückkommt, damit ich auch ins Wasser kann. Sonnenbrand habe ich mir natürlich auch schon gegönnt. Am Hintern. Das wird ein Spaß, wenn wir die nächsten 5 Tage Roller fahren.
Also so siehts gerade aus an der Osttimor-Front. Ich bin echt froh, dass ich doch hierher bin, nachdem ich mir total Unsicher war, ob das das Richtige ist. Je mehr Leute ich treffe hätte ich auch echt Lust für länger zu Reisen im Sinne von einem Jahr oder mehr. Es gibt einfach zu viele Ecken, die man noch nicht gesehen hat. Je länger die Reise geht, desto Offener werde ich halt gegenüber dem Umgang mit anderen Reisenden, aber auch gegenüber neuen Gegebenheiten und Situationen. Ich rede mit den Leuten, ich Couchsurfe, treffe mich mit Fremden und reise mit Ihnen. Ich weiß jetzt auch wie ich mein Verbrauch an Geld reduzieren könnte. Ich schätze aber natürlich auch, dass ich viele Möglichkeiten habe, die Andere nicht haben, weil ich einfach in Deutschland viele Jahre gearbeitet habe und da einfach Rücklagen habe. Ich meine ich treffe hier Leute, die eine leerstehende Wohnung in ihrem Heimatland haben, aber sonst nichts. Die einfach aufgebrochen sind ins Ungewisse und schon Monatelang mit einem kleinen Budget reisen. Zu meinem Hostelbuddy der Reist um Geld zu verdienen meinte ich nur: „You are living my dream!“ Und irgendwie ist es schon so.

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