Ocean View

Sooo lang ist’s her.
Mittlerweile bin ich an meinem absoluten Tiefpunkt angekommen. Es läuft nicht so wie es sollte und nun bin ich Lost auf Naviti Island bei ner Gastfamilie die zwar super Nett ist, aber ich halt meinen Strand, den ich wollte nicht habe und nun 4 Tage Zeit absitze. Yay. Aber dazu später.
Erstmal Neuseeland beenden. Letzter Tag Christchurch war, aber nicht mehr viel los, da ich tatsächlich mal ein Bisschen angefangen habe zu planen. Außerdem war weiterhin schonen angesagt, wegen Erkältung. So habe ich es auch nur zum Friseur geschafft und Thats it. Also immerhin wieder RedHead. Mir wurden auch noch nie so lange meine Haare gefärbt. Ging über 2 Stunden Save. Daher war der Tag nach spätem Aufstehen, Rumlaufen, Friseur und co. Schnell um. Das es am nächsten Morgen regnete war irgendwie bezeichnend. Abschied von Neuseeland…. Rückblickend muss ich sagen: Wäre ich mal da geblieben und hätte Fidschi einfach geskippt. Hätte ja bis 02.10. noch Visum gehabt. Aber gut. Life Sucks sometimes. Flug nach Fidschi ging dann Mittags. 4h und ein paar Zerquetschte. Eigentlich war dann der Einstand in Fidschi komplett Banane. Habe mir als Erstes ne SIM geholt und stand dann in der Airporthalle rum um erstmal mein Hostel auf der Karte zu suchen und zu schauen, ob’s da ein Bus hingibt. Um mich sind ständig Taxifahrer rumgeschwirrt, aber ich wollte ja keins, ohne mich informiert zu haben. In dem Zug habe ich festgestellt, dass meine SIM nur teilweise Freigeschalten war. Also ich nochmal zurück zum Vodafone Store und geregelt. Dann hab ich mich für ein Taxi entschieden. Mach ich die Türe zu, beschwert er sich das ich das zu Fest machen würde. Hab mich natürlich Entschuldigt ist klar. Dann ging’s zwei Sätze später darum, warum ich denn da so lange rumstand im Eingangsbereich. Ich hab ihm erklärt, dass ich halt nichts plane und ein bisschen gelacht, weil es halt als doch Chaotisch ist. Staucht er mich Zusammen, warum ich denn jetzt Lache. Ich hätte seine Zeit verschwendet. Ich war maximal perplex. Hat er mir erklärt, dass er mich die ganze Zeit beobachtet hat und ich statt zu Suchen, einfach gleich ein Taxi hätte nehmen sollen. Habe ihm dann versucht zu erklären, das meine SIM nicht ging und ich das erster Regeln musste. Er war natürlich nicht der Meinung. Hätte ich ja auch Morgen machen können. Ich war echt so verwirrt. Ich mein, will er mein Geld oder ich Seines? Du stauchst doch nicht deine Fahrgäste zusammen. Joa. Als er sich beruhigt hatte gleicht nächstes Gesprächsthema: Wo ist dein Freund? Es war sooooo seltsam. Er war dann irgendwann der Meinung, dass ich mir hier einen für 2 Wochen suchen soll. What The Fuck?????? Und je länger ich drüber nachdenke, desto mehr möchte ich gerne ne Wand anschreien. In welcher Zeit leben wir, wo ich die Leute aus Selbstschutz anlügen muss. Ich habe mir das Heute mal durchgedacht. Im Prinzip ist es wie bei der Ausgangssperre bei Corona. Es ist ein Unterschied, ob ich Aktiv entscheide, dass Wochenende alleine zu verbringen, oder ob ich gezwungen werde alleine zu sein. Ich bin jedem Fall Alleine, aber auf eine Andere Art und Weise. Und hier ist es irgendwie auch so. Es ist ein Unterschied, ob ich einfach nicht sage, dass ich Lesbisch bin oder ob ich Aktiv dazu gezwungen werde, es nicht zu sagen. Wer das übrigens nicht wusste: Surprise! Fuckt mich einfach so Derbe ab. Ich weiß, dass ich im Ausland meine Klappe halten soll. Ich würde das auch nie einem Einheimischen ins Gesicht sagen, vor allem weils ihn einfach mal nichts angeht. Zu Wissen, dass ich bei der Wahrheit Probleme bekommen könnte und deswegen Lügen muss, fand ich gar nicht geil. Vor Allem weil er das Thema durchdiskutieren wollte. Aber ja. Sicherheit geht vor. Fun Fakt: Morgen muss ich mit meiner Gastfamilie in die Kirche… Wieder ne Runde, wohin gehen, wo ich nicht hin gehöre. Wieso hab ich grad so schlechtes Karma? Soviel zu meinem absolut seltsamen Taxi Fahrer und den Folgen.
Als ich im Hostel ankam war ich etwa überfordert. 24er Dorm.

Ziemlich übel. Zu meiner Verwunderung war aber alles zivilisiert und sauber. Vielleicht einfach weil es ein Umschlagplatz war. Die Leute kamen Abends Todmüde an und sind Morgens um 7 Uhr auf die Fähre. Die fährt nämlich nur 1x täglich. Ich war 3 Nächte da, daher wars entspannt. Erster Abend war noch Kava Zeremonie für die Neuen. Also ich saß nur dabei. Das Zeug kann ich ja wegen Epilepsie nicht trinken. Ist halt doof, weil einem das als Willkommensgetränk angeboten wird und ich halt „Nein“ sagen muss. Komme mir da immer super Unfreundlich vor, vor allem weil die Leute hier teilweise nicht mal Wissen was Epilepsie ist. Aber ja. Ich hänge an meinem Leben und wir machen nicht nochmal das selbe Spiel, wie mit den Coca-Blättern in Peru durch. No Way.
Erster Tag war ich dann in Nandi und habe mich ein bisschen umgesehen. Hab da auch einen besseren Taxifahrer kennen gelernt. Den Rufe ich jetzt immer an, wenn ich wo hin muss. „Bester Mann“, würde mein kleiner Bruder jetzt sagen. Die City an sich…. Kann man machen, muss man aber nicht. Ich wollte ja eigentlich zum Frühstücken hin, bin dann aber doch ein bisschen was abgelaufen. Habe nun auch viele neue Freunde aus all den Souvenir Shops, die mir was verkaufen wollten. Dank Backpack, kann ich eh nichts transportieren. Den Rest des Tages habe ich Flüge und Unterkünfte abgecheckt mit dem Fazit: Ich komme komplett Broke heim. Ich mein zumindest habe ich jetzt endlich meinen Arztbericht für die Versicherung, aber die haben schon geschrieben, dass der Spaß bis zu 6 Wochen gehen kann. Auf jeden Fall war der Kassensturz echt ernüchternd, so Ehrlich muss man sein. Aber gut. Bis auf einen Flug habe ich jetzt Alle. Am 23.10. hat mich Berghausen City wieder.
Das war eigentlich auch alles zu meinem ersten Tag auf Fidschi. Ich habe mir noch ne Tour im Hostel gebucht, um das Umland zu erkunden und das wars. Die Tour ging am nächsten Tag um 10 Uhr los, daher war ich auch nicht wesentlich Früher unterwegs. Ich bin gegen 9 Uhr Richtung Frühstück aufgebrochen und hab mich um 9:30 auf den Rückweg gemacht. Ich war grad am Hostel, da kommt mir schon Riko entgegen. (Er arbeitet dort.)
Ich wäre die Einzige, die auf die Tour wollte, also kann er sie nicht machen ABER drei Andere würden die abgespeckte Tour machen. Wenn ich da mitgehen würde, hätten wir die Mindestanzahl. Das Ding war halt, dass Austin, Fabi und Nora schon vor dem Hostel saßen und gewartet haben, als ich an Ihnen vorbei bin zum Frühstück. Riko hat wohl jedes Mädel, dass zum Hostel kam gefragt, ob sie Laura sei, weil er mein Gesicht vom Vortag nicht mehr im Kopf hatte. Die Anderen saßen also schon eine Weile rum als ich endlich aufgetaucht bin. Hab mich dann natürlich beeilt (und die Hälfte vergessen).
Noch zu den Anderen: Austin kam aus Wysconsin und macht jetzt Work und Travel für ein Jahr in Neuseeland. Nora und Fabi haben ein halbes Jahr Sabatical und sind ebenfalls auf dem Weg nach Neuseeland bzw. sind schon da. Austin tourt Aktuell noch auf den Inseln.
Wir sind mit Riko zuerst zum Sleeping Giant gefahren. Ist so der größte Berg auf der Hauptinsel. Um hinzukommen wandert man durch einen Teil Regenwald. Ich hatte in der Eile verrafft meine Wanderschuhe rauszukramen und daher wurde es eine muntere Runde durch die Gegend geschlittere. Aber gut. Mein Ziel ist es ja bis zum Ende der Reise meine Sneaker zu zerlegen und damit bin ich auf einem guten Weg. Anschließend ging’s zu den Mudpools und ich muss sagen, wir sahen echt Hot aus.

Der Matsch war überraschend Soft und hat sich gar nicht mal soooo schlecht angefühlt. Das Highlight waren aber eher die heißen Quellen. Man tat das gut! Wir sind in 5 verschiedene Pools um nach und nach den ganzen Dreck loszuwerden. Einer Wärmer als der Vorige. Beim Letzten konnte selbst ich nicht mehr reinsitzen und dabei Dusche ich immer mit heißester Stufe. Trotzdem Alles in Allem super Angenehm. Von Nora und Fabi mussten wir uns dann Verabschieden, da sie Abends nach Neuseeland aufgebrochen sind. Ich habe noch meine Weiterreise geplant und bin dann noch mit Austin an den Strand und Abends noch was Trinken gegangen. Mein erster Alkohol, seit ich los bin. Wir hatten echt nen entspannten Abend. Womöglich auch, weil er vorher bei der Kava Zeremonie vorbeigeschaut hatte und das Kava einen ein bisschen runterholt. Dann musste auch wir uns verabschieden…. Zumindest bis er 5 Minuten später in meinem Dorm stand und seine Trinkflasche gesucht hat. Muss mal Nachfragen, ob er die Mittlerweile hat. Heute sollte es dann auf Naviti Island gehen.

Hat Riko aus unserem Hostel organisiert. Also ging ich mal davon aus es geht klar. Hab ihm gesagt ich möchte irgendwo was mit einem schönen weißen Strand zum tagsüber chillen. Was habe ich jetzt nicht? Einen weißen Sandstrand! Ich sag’s euch….. Die Situation hier ist so weird. Das Ding ist nur, dass du von einer Insel nicht einfach türmen kannst. Wenn dir Keiner ein Boot stellt, bist du Stuck und da hier nur Privatboote liegen. No Chance. Wir sind ja mit dem Boot des Homestay Owners her gefahren, was echt nice war. Im Prinzip ein Fischerboot, voll mit Essen und halt seiner Familie und mir.

Als wir Ankamen habe ich halt gesehen, dass die Bilder Online auf FB nicht wirklich dem Entsprachen, was ich vorfand. Das Ding ist halt, dass ich 4 Tage chillen wollte. Stattdessen überlege ich schon, wie ich hier wieder weg komme. Die Familie ist super lieb, ohne Frage. Die sind auch echt froh, dass ich da bin und Bedanken sich dafür ständig. Trotzdem. Wenn ich Essen vor mir habe von dem ich nicht weiß, was es ist und es heißt Probier erstmal…. Sorry nicht meins. Handwäsche in verrosteten Waschbecken und Eimern mit Regenwasser…. Ich bin mittlerweile sehr Tolerant geworden. Damit kann ich Leben. Von der Toilette und der „Dusche“ will ich gar nicht reden. Katastrophe. Vor Allem wieder Eimerdusche, ergo kalt. Konnte ich heute auch nicht mehr benutzen, weil kein Strom.

Weder Toilette noch Dusche. Also ist krass Spartanisch. Wenn du also zu deinem Hostelmensch sagst, du willst ne Unterkunft zum Urlaub machen, Entspannen und etwas Komfort und er schickt dich dorthin. Nicht geil. Vor Allem weil ich weiß was ich für den selben Preis auch bekommen hätte. Will mich nicht nur beschweren, aber es sind halt meine letzten Wochen und ich seh halt wo meine Mates waren auf Fidschi. Ich bin gefühlt in nem anderen Land. Es geht ja mit großen Schritten gegen Ende zu und ich will einfach Mal ausspannen und mich nicht irgendwie durch den Tag quälen. Ich merk, dass ich langsam so unseren Yogjakarta Zustand habe. Anna fühlt gerade was ich meine. Ich hab Schlicht und Einfach grade keine Lust mehr hin und her zu rennen. Ich will nur von A nach B und noch die letzten Wochen ohne Stress genießen. Fidschi ist alles, nur nicht das. Ich mein man kann’s auch so sehen: Ich wohne hier bei einer Familie in nem Dorf, dass noch im Aufbau ist und es ist sehr einfach, aber es spiegelt das Inselleben halt voll wieder. Das das für mich als Europäer mit gewissen Standards schwer ist, ist klar. Ich hoffe also, dass die kommenden Tage gut und schnell um gehen. Mal schauen, wie es Morgen aussieht. Meißtens ist es am Tag drauf ja akzeptabler. Morgen muss ich auf jeden Fall in die Kirche und jemand mit meiner Kirchenhistorie. Doppelleben ole. Ich werde auch nichts verstehen, weil das nicht in Englisch ist. Also nicken und Amen sagen. Danach gibts noch eine Zeremonie mit dem Dorfchef, der eine Kavawurzel von mir bekommt als Willkommensgeschenk.

Macht man hier wohl so. Also Joe, mein Gastgeber zieht das für mich durch, weils nicht auf Englisch ist. Also Busy Day. Danach gehe ich Strand suchen. Vielleicht gibts ja Einen. Essenszeiten gibts hier übrigens nicht. Immer wenn ich Frage, heißt es Essen gibts zur Fidschi-Time. Also dann wenn man sich danach fühlt. Muss also auch tagsüber schauen, dass ich einigermaßen in der Nähe bleibe. Das wars soweit.


Soooo ich muss einiges Revidieren. Mehr im nächsten Text. What a difference a Day makes!

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