7:30 Uhr. Ich sitze bereits am Essenstisch. Ohne Essen, aber das Motto „Der frühe Vogel kann mich mal“ ist hier nicht Möglich. Ohne Rollläden und Ventilator oder AC. Keine Chance. Ab 6:00 Uhr ist es Hell und überall tut sich was. Tatsächlich habe ich auch schon wieder Hunger, weil ich mich an die Essenszeiten gewöhne. Also Gestern hatte ich um diese Zeit schon gegessen. Bisher tut sich hier aber nichts. Könnte daran liegen das Joe Rentner ist und den Tag entspannt angeht. Aktuell frage ich mich so ein Bisschen, was ich hier noch zwei Tage machen soll. Es gibt hier nicht wirklich was zu tun. Ich werde nachher mal Fragen, wie es hier mit Hiken aussieht. Ob das jedoch bei festen Essenszeiten möglich ist, bleibt Abzuwarten. Ich muss auch noch herausfinden, wo ich hier Wasser nachfüllen kann. Mein Vorrat von Daheim/Hostel ist nämlich Leer. Zum Essen gibts hier ausschließlich Ananassaft. Also Abnehmen brauchste hier nicht wollen. Da ist gut Zucker am Start. Ich fand’s ja voll Interessant, wie gestern Abend der Sohn von Joe das Abendessen „geleitet“ hat. Sobald das männliche Familienoberhaupt nicht am Tisch sitzt, übernimmt der Nächste. Auch wenn Steven erst 12 ist. Joe war nicht da, weil gestern Kava Zeremonie mit dem „Bürgermeister“ war. Ich und die Australier sind nun offiziell Teil des Dorfes. Wir bekommen also in jedem Haus, das wir betreten Tee und können mit denen Zusammen sitzen. Auch Fotos sind nun erlaubt. Zu der Zeremonie musste ich ein langes Tuch/Sarong tragen, da hier die Beine im Dorf bedeckt sein müssen. Hat mir auf der Hauptinsel natürlich Keiner gesagt und ich habe eben nur Shorts dabei. Auf dem Bett im Homestay lag auch ein Zettel, was man hier darf und was nicht. Kopfbedeckungen sind z.B. nicht gerne gesehen. Was hatte ich auf, als ich ankam? Ne Cap. „Noch viel zu lernen du hast junger Padawan!“ Bei der Zeremonie gab es nach ein paar Ritualen, z.B. der Übergabe unseres Gasgeschenkes, einer Kavawurzel, auch Kava zu trinken.
Joe hat ihnen dann gesagt, dass ich das nicht mittrinken kann. Epilepsie und so. Habe dann nur mitgemacht aber ohne Kava. Wir durften auch zusehen, wie unser Gastgeschenk, die Kavawurzel, gemahlen wird.
Kommt alles in einen großen Metalltopf rein und dann mit einer Metallstange drauf bis es Klein ist. Hat Ewig gedauert. Hatte da irgendwie so ein Flashback zur Rezeptur in der Apotheke. Das hier war gefühlt Mörtel und Pistill in Übergröße. Wurde halt nur gestampft, anstatt Angerieben. Das wurde auch gleich wieder Konsumiert. Da war ich aber nicht mehr dabei war, weil man nur bleiben darf, wenn man mittrinkt. Daher war für mich nach der Hauptzeremonie Schluss. Das gemahlene Kava wird übrigens in einen Beutel getan und dann in einer Schale mit Wasser eingeweicht und gestreckt. Zwischendurch immer mit der Hand ausgedrückt. Anschließend wird nach und nach geschöpft. Empfindlich darfst du hier nicht sein. Schon auf der Hinfahrt mit dem Boot „musste“ ich mit der Familie aus einer Flasche trinken. „Musste“ in Anführungszeichen, da mich das nicht wirklich Stresst. Ich kenn da aber Einige, die das nicht so feiern würden. Hier ist eher so „Deins ist Meins“. Nach der Zeremonie ist Joe also geblieben und ich habe mit seiner Frau, Tochter und Enkelkind gegessen. Interessant war auch, dass das Handy am Tisch erlaubt war, als er nicht da war. Sonst liegt das nie auf dem Tisch. Kann mir aber nicht passieren, weil mein Handy dauernd Leer ist. Akku ist kurz vorm Aufgeben. Problem hier: Der Strom ist nicht immer an. Der für die Steckdosen wird bei Bedarf zugeschalten, also muss ich schauen, dass ich gleichzeitig, wie die Anderen lade.
Mittlerweile ist übrigens Nachmittag. „Rest“ Time. Also eigentlich ist das den ganzen Tag. Hatte noch überlegt an den Strand zu gehen, aber das werde ich später machen. Jetzt ist so eine Zwischenzeit zwischen Lunch und Tea. Also innerhalb der nächsten Stunde wird es wohl Tea geben, daher kann ich nicht einfach türmen.
Frühstück war heute mal wieder echt lecker, auch wenn halt einfach mal nur 3 Sachen auf dem Tisch standen. Wieder meine Fasnachtskrapfen, Ananas und dann noch Roti. Aber da dürft ihr jetzt nicht an die Asiatischen denken. Das hier waren eher Pfannkuchen mit Kokosmilch getränkt. War auf jeden Fall nicht zu süß und einfach mal was Anderes. Ich hatte echt so Angst das ich jeden Morgen Salzig und Warm essen muss. Genau das Gegenteil ist der Fall. Heute Mittag gabs übrigens Muscheln. Joe wollte das ich zumindest probiere, aber ich habs einfach nicht hinbekommen. Dann hat er sich x-Mal entschuldigt, dass sie was gekocht haben, das ich nicht Esse. Also ich hatte ihnen ja gesagt, dass ich Seafood nicht esse. Maximal ein Fetz probiere. Über Fisch hätten wir noch Reden können, aber Muscheln…. Schwierig. Habe mich dann auch Entschuldigt und stattdessen Rührei gegessen.
Zwischen Frühstück und Lunch war ich übrigens mit Steven spazieren. Also wir sind zu seiner Schule gelaufen und haben dort eine Gitarre abgeholt, die ihm sein Lehrer verkauft hat. Freundschaftspreis 50 Fidschi Dollar. Müssten so 20€ sein. Kann’s gerade nicht nachschauen, weil mein Handy lädt und momentan auf Kriegsfuß mit dem Internet steht. Steven ist einer der Wenigen hier, der Gitarre spielen kann und der hat sich so Mega gefreut, als er sie endlich hatte. Hat den ganzen Weg zurück, gespielt und gesungen z.B. „If u happy and u know it clap Your hands“. Zum Glück war auf dem Rückweg mittlerweile Ebbe, sonst wäre die Gitarre jetzt geflutet. Auf dem Hinweg mussten wir uns nämlich durchs Wasser kämpfen. Schulweg 2.0 würde ich mal sagen.


Wir haben dann auch nochmal 2 Stops auf dem Rückweg eingebaut. „Excuse me Laura, excuse me. We Rest!“
Und dann setzt man sich einfach auf den Boden und wartet bis es weiter geht.

Er hat mir auch unterwegs versucht ein Paar Worte ihrer Sprache beizubringen, aber mein Gedächtnis ist ein Sieb. Zumindest kenne ich Hallo (Bula) und Danke (Vinaka). Und du sagst hier zu jedem Bula. Also Vorbeigehen und Augenkontakt meiden ist da nicht. Die kommen eher noch zu dir, geben dir die Hand und Stellen sich vor. Also Touris sind sie hier gewöhnt. In Malevu Village gibt es wohl auch mittlerweile vier Homestays. Das Homestay der Australier, die ich Gestern kennen gelernt habe, gehört übrigens Joes Bruder. Die waren Heute fischen, während ich zur Schule bin.
Als wir davon zurückkamen ging’s gleich zum nächsten „Rest“ am Strand. Joe hatte seine Machete mitgebracht und Kokosnüsse für uns Geköpft.

Natürlich erst, nachdem ein Kind die Palme hochklettern musste und uns die runtergeschmissen hat. An dem Aufschlag war schon gut zu hören: Das willste nicht auf den Kopf bekommen. Deswegen gibt es hier auch ab und an Schilder, die darauf hinweisen, dass du lieber woanders chillen solltest. Frische Mango hat man mir übrigens auch noch in die Hand gedrückt. Das ganze Obst bauen die hier selbst an und das schmeckt halt mal dezent Geil. Kein Vergleich zu unserem Supermarkt Zeug. Joa. Dementsprechend hatte ich heute Morgen gut zu tun und heute Mittag frei. Hab die Zeit genutzt um ein Teil Wolfsburg – Frankfurt (Frauen) nachzuschauen, nachdem ich das heute Nacht nicht durchgezogen habe. Schaue hier tatsächlich auch fast nichts an. Netflix und Prime verwahrlosen auf meinem Tablet. Prime hat es sogar selbst deinstalliert, weil ich es nicht benutzt habe. Ja, und wie ich es mir gedacht habe. Gleich gibts Tea. Rieche schon das Frittierfett. Die Aussies sind auch wieder da. Muss ich mal nachher abklären, was die so gefangen haben. So, dass wars von mir Heute. Bilder gibts wieder in Nadi. Ich hab jetzt erstmal Teatime und dann gibts ne Stunde später ja auch schon wieder Dinner. Soooooo much Food!
Hinterlasse einen Kommentar