Jetlag

Rückreisetag. Nach 114 Tagen ging es also wieder nach Hause. Es kam mir nicht so lange vor, denn eigentlich war ich doch erst Gestern noch in Neuseeland in Wanaka und Lake Tekapo. 4 Länder später saß ich nun in einem Flugzeug Richtung Deutschland. Leider. Das das geklappt hat war nach dem Abend zuvor, aber ein kleines Wunder. Ich war mir tatsächlich nicht sicher, ob ich ausreisen kann. Warum? Weil ich an meinem letzten Abend eine Mail von Air France bekommen habe bzgl. meiner Bordkarten. Da stand drin das die jetzt „Bereit“ wären, also wollte ich die, vorbildlich wie ich bin, auch schonmal downloaden. Also bin ich auf den Link der E-Mail und plötzlich erscheint da ein Pop-Up, dass ich nicht einchecken kann, weil den US Behörden kein ESTA (Durchreisegenehmigung) oder Visum vorliegt. Mega. Ich ging davon aus, dass das nur ein technischer Stop ist und ich gar nicht aussteigen kann, aber dem war nicht so. Stand halt überall nichts, dass ich für Transit ein Visum brauche und so stand ich Abends um 19:30 Uhr da und wusste nicht, ob ich überhaupt ausreisen kann. Ich habe dann natürlich gleich ein ESTA Antrag gestellt, der mir erlaubt Transit über die USA zu machen. Bearbeitungszeit maximal 72h…… Ich hatte allerdings nicht mal mehr 12 Stunden. Dazu war ja auch noch Sonntag. In Australien und Neuseeland ging der Visumantrag innerhalb von 2h, aber bei den US Behörden war ich mir da nicht so sicher, da der Antrag ne ganze Ecke länger war. Also die wollten wirklich alles von mir wissen. Wo ich Arbeite, wer mit mir Verwandt ist und alle möglichen Adressen. Die Durchleuchten einen schön. Hab erstmal leicht genervt meiner Mum ne Sprachnachricht geschickt, damit ich zumindest darüber geredet hatte. Ging mir gediegen gegen den Strich. Hatte echt Bedenken, dass ich kein ESTA bekomme und in Polynesien hängen bleibe. Verhandeln hätte ich am Airport auch nicht wollen. Sprachbarrieren und so. War halt sau doof, dass ich da nicht drüber nachgedacht habe. Aber ich war ja Backpacken und wie Sascha so schön sagt: MdkK. Mach dir keinen Kopf. 2h später hatte ich tatsächlich meine Genehmigung und durfte Offiziell in die USA einreisen! Ist mir echt ein Stein vom Herzen gefallen. Daher konnte ich auch beruhigt schlafen. Ohne ESTA wäre das nämlich eine schlaflose Nacht geworden. Also lang war sie trotzdem nicht. Etwas mehr als 4 Stunden müssten es gewesen sein. Ich musste nämlich schon kurz nach 4 Uhr aufstehen, da ich um 5 Uhr vom Taxi abgeholt wurde. Flug war um 7:40 Uhr, aber mein Vermieter meinte ich solle lieber früher da sein. Also habe ich Mitten in der Nacht meine restlichen Sachen eingepackt und ab zum Flughafen. Meine Taxifahrerin hatte ja nicht so Bock. Oder einfach einen schlechten Tag. Auf jeden Fall war sie sehr Wortkarg. Als ich gefragt habe was es kostet hat sie auch nur auf ihre Anzeige gezeigt. Aber gut. Es war ja auch echt früh. Am Airport habe ich nochmal geschaut, ob mein ESTA endlich mit meinem Reisepass verknüpft war, aber das ging immer noch nicht, also musste ich das am Air France Schalter klären. Ging dann eine Weile, weil die Frau wohl wirklich mit den US Behörden telefoniert hat, ob ich die Genehmigung habe. Es hat dann aber alles geklappt, sodass ich es tatsächlich in den Flieger geschafft habe. Auf meinen Bordkarten war dann übrigens wirklich ersichtlich, dass ich in LA aussteigen musste.

Der erste Flug war relativ entspannt, wobei irgendwie die Hälfte der Leute den Flug verschlafen hat. War mir unbegreiflich, da wir ja noch in unserer Zeitrechnung drin waren und da war Vormittags. Für mich kam schlafen nicht wirklich in Frage, weil ich keine Lust auf Jetlag hatte. Also saß ich knapp 8h rum, hab geschrieben und Musik gehört. In LA war dann erstmal Ausstieg angesagt. Einmal durch die Grenzkontrolle durch und da muss man sagen: Typisch USA. Zum Einen muss man da ja alles ausziehen was geht, also z.B. auch Schuhe und dann schreien die einen auch gefühlt ständig an. Bei der Sicherheitskontrolle muss man ja alles in die Kästchen legen und anstatt die Kästchen zu greifen und durchzuschieben, mussten wir die bis an die Rollenbänder schieben und erst dann haben die danach gegriffen. Also die hätten nur einmal ihren Arm nach rechts heben müssen und danach greifen. Stattdessen haben sie jeden angemotzt, dass die Kisten nicht alleine zu ihnen wandern und sie nichts bearbeiten, wenn wir sie nicht vor sie stellen. Boah aufs Maul. Es wäre ein Griff gewesen und an ausnahmslos jedem Airport geht das Problemlos, dass sich der Mensch am Band bewegt. In den USA bewegt man seine Arme keinen Zentimeter zu viel. Und das zog sich dann halt durch. Als bei mir der Körperscanner gepiepst hat, hat die Mitarbeiterin sich aufgeregt, dass sie mich jetzt abtasten müsse. Was eine Arbeitshaltung. Wenns nur einer gewesen wäre mit schlechter Laune. OK, kein Thema. Aber fast Alle? Also der Airport hat mir nicht viel Freude bereitet, aber es ging ja nach knapp 2h auch schon wieder zum Boarding. Gleiches Flugzeug, anderer Sitzplatz. Warum auch immer. Kamen halt noch neue Leute hinzu. Ich saß in einer Dreierreihe, aber wir waren nur zu Zweit. Mein Nachbar hatte womöglich ein leichtes Alkoholproblem. Ist schon mit ner ordentlichen Fahne eingestiegen und hat dann auch nur Bier getrunken. Auch geil: Abends sind sie mit dem Tee/Kaffee-Wagen durch und ich hab nach Cola und er nach Bier gefragt. Sie meinte sie bringts dann. Irgendwann kam aber schon der zweite Tee/Kaffee- Wagen und dann haben wir die wieder nach Cola und Bier gefragt. Das Ende vom Lied war dann, dass wir es Doppelt bekommen haben. Die die es uns als Zweites gebracht hat, hat sich dann aufgeregt, dass wir doppelt bestellt haben. Wir hätten doch einfach mal Geduld haben sollen. War für uns aber in sofern nicht Dumm, weil du bei Air France verdurstest, wenn du dich nicht um dein Trinken kümmerst. Als wir damals von Singapur zurück sind mit glaub Singapore Airlines, gabs alle halbe Stunde was zu trinken, obwohl es ein Nachtflug war. Hier gabs nur etwas zum Abendessen und zum Snack. Ansonsten musstest du deinem Trinken hinterherlaufen. Wie war das nochmal mit 200ml pro Flugstunde?
Der zweite Flug wurde übrigens als Nachtflug gewertet, weil der ja Abends los ging. Dumm war halt nur, dass wir durch Zeitverschiebung nachmittags gegen 17 Uhr gelandet sind. War ein bisschen verstörend. Auf dem Flug habe ich auch meinen Ersten und einzigen Film geschaut auf der ganzen Reise. Avatar- Way of Water…. Glaube zumindest das der so hieß.
Danach habe ich dann versucht so wenig wie möglich zu schlafen zwecks Jetlag. Daher hat sich der Flug auch ewig gezogen.

Die Quittung gabs dafür dann in Paris. Zum Einen war mir super Schwindelig, weil der Flug davor so Unruhig war und zum Anderen war ich stehend KO. Habe mir dann tatsächlich auch den Wecker gestellt, weil ich ständig Sekundenschlaf hatte und der Aufenthalt fast 4h war. Also im Endeffekt war er dann 4,5h, da mein Flug munter Vor und Zurück verschoben wurde. Irgendwann war nicht mal mehr klar wann Boarding ist.

Ich habe dann meinem Dad noch geschrieben, dass er ruhig später zum Airport fahren kann, was er aber ignoriert hat. War aber auch nur eine halbe Stunde unterschied am Ende. Da es in Frankfurt auch keine Immigration gibt, war ich ziemlich schnell aus dem Innenbereich draussen und damit in der Realität zurück. Deutschland. 114 Tage später. Eine lange, aber gefühlt viel zu kurze Reise war damit zu Ende!

Abgeholt haben mich mein Dad, Opa und Schlotte. Über Schlotte habe ich mich Mega gefreut, weil ich darauf spekuliert hatte, dass jemand meiner Freunde da ist. Anna sehe ich ja zum Glück in ein paar Tagen endlich wieder!
Ja, und dann gings auch schon nach Hause. Es war tatsächlich etwas seltsam wieder in die eigenen vier Wände zurück zu kommen. Eigenes Schlafzimmer, eigenes Bad, eigene Küche. Gefühlstechnisch war es aber nicht so ein krasser Unterschied, wie damals als wir aus Asien kamen. Dort waren wir bis zum letzten Tag in einem Hostel. Dieses Mal konnte ich mich jedoch durch die AirBnB’s langsam wieder an eine eigene Wohnung gewöhnen. Dementsprechend war das nicht ganz so ein Kulturschock, wie damals.
Was übrigens noch daheim auf mich gewartet hat ist mein Blog….. in Papierform.

Mitten in der Nacht war es mir nicht aufgefallen, aber mein Dad hat mich nochmals auf die Ordner auf meinem Esstisch aufmerksam gemacht. Das so Analog zu sehen ist echt cool. Schon allein das erste durchblättern und überfliegen der Berichte war einfach Mega. Das ich das alles geschrieben habe ist sowieso verrückt. Man nimmt es ja nicht wirklich wahr. Man schreibt, setzt Bilder ein und stellt es Online. Das wars. Jetzt zu sehen, dass es so viel war ist einfach nur schön, vor Allem weil ich das einfach immer aufschlagen kann um mich wieder zu erinnern. Also ich bin schon ein kleines bisschen Stolz auf den Blog.
Dazu werde ich aber noch was in meinem allerletzten Beitrag schreiben. Mein Recap zu 3 1/2 Monaten Solo-Backpacking. Voraussichtlich folgt der am Wochenende. Muss noch die richtigen Worte finden. Das hier ist aber nun der letzte Beitrag zu der Reise, da ich nun mittlerweile wieder zwei Tage zu Hause bin.
3 1/2 Monate und 7 Länder später kommt der Rucksack also vorerst wieder auf die Seite.

Das nächste Ziel habe ich mir bereits wieder ausgesucht, denn wär mein Instagram gesehen hat, weiß mein Motto:
Travel the World!!!

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