Mut/Bigger Than

Lass das Fangnetz weg,
ich will kein‘n doppelten Boden
Ich will‘s einmal wirklich riskiern
Verbrenne Plan B, reiß die Brücken ab
Wills einmal wirklich riskieren
Denn wenn du wartest wächst die Angst, Angst, Angst
Doch wenn du anfängst wächst der Mut, Mut, Mut
Doch ich entscheide mich für MUT
Mut – Alex Lys

I want a life thats bigger than
every person who ever told me i can‘t
I‘ll look back and wanna be remembered
for what i didn‘t know what i had
A Life thats bigger than, bigger than the fears i have
Bigger than – Justin Jesso



WHAT. A. WILD. RIDE!!!!
Auch einige Tage danach bin ich noch nicht wirklich in der Realität angekommen. Es reicht schon ein Blick in meinen Blog und ich bin sofort wieder Skifahren in Ohakune, Schnorcheln auf Atauro oder im KH in Alice Springs. Es kommt einem vor, als wäre es eine Ewigkeit her. Auckland war gefühlt in einem anderen Leben und doch sind seitdem nur 4 Monate vergangen. Allerdings 4 Monate in denen ich 66000km gereist bin, 7 Länder besucht habe und einmal um die Welt geflogen bin.

4 Monate in denen ich ettliche Dinge erlebt habe, Erfahrungen gesammelt habe und Erinnerungen geschaffen habe.

Ich hatte ein paar Lieder die mich in meiner Neuseeland-Playlist begleitet haben. Christchurch habe ich z.B. Home – Seatime in Dauerschleife gehört, in Taupo Bauchgefühl – Julia Engelmann. Tatsächlich verbinde ich mit Musik viele Momente meiner Reise. So auch die Songtexte am Anfang.
Denn so wie in den Liedzeilen war es. Ein Aufbruch ins Ungewisse. Noch Tage davor war da dieses „Schaff ich das Alleine?“-Gefühl. Man könnte sagen:
Ich bin los mit einem Traum, einem One-Way Ticket, zwei Buchungen für Unterkünfte und einer handvoll WM Tickets. Daheim lagen x-Reiseführer. Ich hatte sie nicht einmal angeschaut. Ich bin ins absolute Chaos gereist. Komplett Planlos. Außer Ski Fahren in Ohakune und WM in Australien/Neuseeland und Osttimor war nichts auf meiner To Do Liste. Während Andere jedes Detail planen bin ich einfach in mein Flugzeug und los ins Ungewisse. Es gab Momente wo ich wirklich vor dem Nichts stand. Brisbane – Als ich nach dem Vorrundenaus der Natio für den Folgetag kein Busticket, kein Flugticket und keine Unterkunft hatte. Kein Plan wohin mit mir. Als ich nach Hervey Bay bin um festzustellen, dass ich von dort Save nicht nach Darwin komme um nach Osttimor zu fliegen. Einfach weil ich mich nicht informiert hatte und die Ausmaße von Australien nicht gerafft habe. Vieles meiner Planung war schlichtweg Fail. Kompliziert, Umständlich und womöglich viel zu Spontan. Zum Beispiel die letzten 5 Tage in Neuseeland, als ich einfach mal krank mit Zug und Bus durch die Weltgeschichte gereist bin, nur um die Panoramazüge zu nehmen. Purer Stress wegen der schlechten Verbindungen. Gleiches galt für Stewart Island, wo ich effektiv 3 Tage Transferzeit hatte, mich aber plötzlich an einem der schönsten Orte der Welt wiederfand. Es war verrückt durch und durch. Ich weiß noch, wie ich im botanischen Garten in Sydney saß und im Blog schrieb, dass ich womöglich die Hälfte der Attraktionen verpasse, weil ich einfach vollkommen Uninformiert bin. Dafür war ich aber in x-Parks und botanischen Gärten. Einfach das Leben genießen. Das tun auf was ich Lust hatte. Frei sein.
So beängstigend der Aufbruch zum Solo-Backpacking war…. Die Freiheit zu tun und zu lassen was ich will war es Wert. Asien war toll, aber Australien/Ozeanien war sooooo Anders. Nicht zuletzt, weil meine Mediumstellung im Frühjahr mir die Möglichkeit gab dass alles aufzusaugen. Seitdem ist dieses Negative von dem ich immer dachte, dass es Normal wäre einfach mal so viel Weniger geworden. Länger glücklich als nur ein paar Stunden. Plötzlich konnte ich jeden Moment feiern und selbst an schwierigen Tagen positiver durch den Tag gehen. Diese Reise war wirklich Besonders und ich werde mich vor allem an die Key-Momente für immer erinnern. Es gibt so viele Geschichten, die ich mittlerweile so gerne erzähle. Z.B Denguefieber in Osttimor/Australien, was Rückblickend ziemlich riskant war. Mit vorraussichtlich fast 40 Grad Fieber durch Osttimor, war nicht gerade ungefährlich. Wovon die Reise definitiv gelebt hat, waren die Leute die ich getroffen habe. Ich war wenig in Küchen oder Aufenthaltsräumen unterwegs, aber ich hatte oft gute Zimmer und mit Einigen steht man immer noch in Kontakt. Vor Allem die 11 Tage Osttimor mit Sascha waren Mega. Einfach in einer App gesehen, dass noch so ein Irrer dort abhängt, spontan beschlossen zu treffen und dann einfach zusammen gereist. Es wäre dort so Anders geworden. Wie, dass werde ich nie erfahren, aber ich kann mir keine andere Version vorstellen. Vor Allem weil wir so ein bisschen das gleiche Problem haben: Einmal mit dem Rucksack los, kommt man von dem Reisefieber nie mehr los. Ich bin gelandet und wusste: Ich werde wieder losziehen. Das nächste Mal dann Südamerika.
In meinem Kopf ist gerade Chaos, weil es so viel zu sagen gäbe zu 4 Monaten backpacking, aber ihr habt ja Alle mitgelesen.
Ich bin stolz darauf, diesen Blog gemacht zu haben. Für mich, aber auch Familie und Freunde. Ich konnte meine Gedanken in Worte fassen und kann sie nun jederzeit wieder abrufen. Ein positiver Aspekt war definitiv, dass mein Handy still blieb. Ihr wart informiert und so bekam ich kaum Nachrichten, die ich beantworten musste. Ich habe mich auch Mega gefreut, dass so Viele mitlesen. Einige von denen ich es nichtmal erwartet hatte. Ich glaube die Sache auf die ich am meißten Stolz bin ist der Fakt, dass der Blog ehrlich war. Ihr habt gelesen, wie es mir wirklich ging, nicht irgendeine geschönte Fassung. Abgesehen von meinem „Ich fliege jetzt Heim“, in Alice Springs was ich einfach vergessen habe, habt ihr Alles mitbekommen. Z.B meine Struggles mit Fehlplanungen, wo ich plötzlich irgendwo saß, wo ich nicht hin wollte. Es gibt so Punkte, wo ich zurückblicke und merke: Das hätte ich früher nie geschrieben. Rückblickend hab ich bis vor einigen Jahren eher mit Masken gelebt. Bloß nicht zu viel von sich zeigen, bevor man „auf Maul“ bekommt. Hier ist Alles drin. Jeder der den kompletten Blog gelesen hat, kennt jetzt irgendwie mein Mindset und Seelenleben. Auch jetzt denk ich mir: Willst du das wirklich so Online stellen? Ist das nicht zu viel Information? Letztendlich habe ich aber keine Lust auf ein Doppelleben. Das bin ich. Das war meine Reise. Das hier war echt. Darauf bin ich unfassbar Stolz. Es gibt Momente wo man zweifelt. Wo man mit sich kämpft. Es ist nicht alles Perfekt. Manchmal steht man wirklich da und denkt sich What the fuck mache ich hier eigentlich? Das hier ist das ultimative Chaos. Man strugglt so oft. Gerade mit Epilepsie auf dieser langen Reise. Es war nicht ungefährlich. Es gab Momente wo man echt denkt: Wenn das schief geht komm ich in einer Kiste heim. Und das kann ich so schreiben, weil es wirklich so ist. Krank zu reisen ist nochmal eine ganz andere Geschichte, auch wenn es als nicht so Aussieht. Ich glaube wenn ich mal wirklich Angst oder Sorgen hatte, war dies der Grund. Man hat Respekt, wenn man Aleine reist. Mit Anna hatte ich damals eine Absicherung. Das hier war manchmal russisch Roulette. Wenn du dich unsicher fühlst und deinen Epilepsiepass aus dem Geldbeutel in die Hand nimmst falls was ist, weißt du das was nicht passt. Trotzdem hat alles geklappt. Ich habe es geschafft bis nach Deutschland. Abgesehen von Dengue und 2 Erkältungen lief gesundheitlich alles Perfekt. Irgenwie hat es was echt schönes so ein Recap zu schreiben. Nochmal bewusst aufzuschreiben, wie es war. Vor Allem so Kurz nach der Rückkehr. Ich bin echt dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte einfach loszuziehen und man mir den Rücken freigehalten hat und mich immer supportet hat. Daher kommt hier meine „Dankesrede“, die ich gefühlt 1000 Mal in meinem Kopf geschrieben habe, aber jetzt doch nicht so Richtig in Worte fassen kann.

Zum Einen geht natürlich ein Dank raus an mein Tekapo Zimmer. Es war mir eine Ehre mit euch die Heizung zu schrotten, mir darauf hin eine Erkältung zu gönnen und Holly 6 Tage später zufällig zu treffen und mich Gesund pflegen zu lassen. Die gesamte Geschichte werde ich Save nicht vergessen. Shoutout auch an Sascha. Osttimor wäre so Lame gewesen ohne dich. Wir waren beide maximal Planlos und haben das Bestmöglichste daraus gemacht. Wir haben zusammen ein Land bereist, dass eigentlich Touristisch nicht auf uns vorbereitet war. Wir haben das Ding trotzdem gerockt und wir werden uns definitiv in Deutschland wieder sehen!
Eine Person, die ich Save immer mit Neuseeland Südinsel verbinden werde ist Maria. Wir kannten uns gefühlt 2 Minuten, aber unsere Gespräche waren all over the place. Jemanden in meiner Zeitzone zu haben, war so entspannt. Du hast mir echt durch einige Transfertage geholfen. Ich sehe mich jetzt noch auf meiner 17h Tour von Nelson nach Christchurch mit Bus und Bahn. Es war langweilig af, aber während Deutschland schlief, war trotzdem jemand da.
Wer definitiv nicht fehlen darf hier sind meine Besties von Daheim. Ihr habt das gute Gleichgewicht gefunden zwischen „Ich meld mich mal“ und „Ich lass sie erstmal alleine ihr Leben chillen“. Zum Beispiel Schlotte, die alle Schaltjahr mal geschrieben hat, weil sie sich bei viel Tee die Geschichten lieber persönlich anhören wollte.
Anna war mal da, mal nicht, aber genau in unserem Donnerbuddy-4-ever Style! Nun weiß ich übringens auch, dass es nichts bringt 40 Minuten Sprachnachrichten aufzunehmen, denn wers noch nicht wusste: Whatsapp kann nur 30 Minuten. Fiel mir aber erst nach 40 auf….
Theo und Carina -> Ich weiß wo euer Kühlschrank steht und wir werden einige Abendessen brauchen um die Story von eurem und meinem Neuseeland auszutauschen, nachdem wir uns einfach Mal auf unseren Reisen verpasst haben.
Man könnte sagen ich habe bei meinen Freunden echt den Jackpot gezogen, weil jeder auf seine Weise da war. Nicht umsonst sage ich immer „Freunde sind die Familie die man sich aussuchen kann.“ Ihr seid Familie für mich!
Appropos Familie…..
Also zum Einen wären da Mal Ute und Sabrina zu erwähnen mit denen ich bis vor 1-2 Jahren so kaum bis gar keinen Kontakt hatte. Man sieht sich halt bei Familienfesten und so. Ich fands einfach Mega, dass wir besonders während meiner Reise immer wieder geschrieben haben und ich freue mich schon, dass wir uns die Tage wieder sehen.
Ja, und dann wären da noch die Anderen:
Papa, Andy und Opi.
Danke, dass ihr mir immer den Rücken freigehalten habt. Mich Unterstützt habt so gut es ging. Vor Allem ein großes Danke an meinen kleinen Bruder, dass er mir die 4 Monate frei gegeben hat, obwohl die Personaldecke ziemlich dünn ist. Ich habe das Beste aus meinem Urlaub gemacht und bin jetzt wieder voll am Start.
Wer sich gefragt hat warum da nur die drei Herren stehen, sollte Wissen das es nur ein Real MVP (Most valuable Player) gibt.
Da kommt nur eine Person in Frage und das ist meine Mama!
Es ist eigentlich unmöglich in Worte zu fassen, wie viel Besser und auch Einfacher diese Reise war, weil ich wusste sie ist da. Ich wusste, dass da jemand Daheim ist und sich um Alles kümmert, sodass ich ohne Sorge reisen konnte. Ich konnte mir immer sicher sein, dass sie egal was ist immer für mich da ist. Ich glaube sie ist die, die mich Zwischendrin am meißten Aufgebaut hat, wenn es mal gar nicht lief. Alles Positiv sehen, dem Ort eine Chance geben etc. An dem Punkt muss ich mich wohl auch entschuldigen für alle Sorgen, die ich dir, aber auch dem Rest der Family bereitet habe. Meine Aussage war oft: „Das ist Backpacken, wird schon gut gehen“, aber trotzdem sitzen daheim Menschen, die das evtl. nicht ganz Nachvollziehen können und sich Sorgen machen. Also Sorry dafür! Am Ende hat ja alles geklappt! Auch durch eure Hilfe!

Ich denke diese Reise hat viel verändert, aber irgendwie auch nicht. Das ergibt jetzt erstmal keinen Sinn, aber wenn man darüber nachdenkt ist es genau so. Was hat die Reise verändert? Definitv mich als Person. Ich bin Positiver, Glücklicher und definitv sehr Stolz, dass ich das durchgezogen habe. Alleine! Ich bin definitiv Offener geworden und das ist als introvertierter Mensch schon eine Herausforderung. Ich hab viel getan/gemacht, dass ich mich früher nicht getraut hätte. Deswegen auch die Songtexte. Einiges hatte mit Mut zu tun und sich seinen Ängsten zu stellen. Am Ende hab ichs hierher zurück geschafft und ich habe nicht das Gefühlt irgendetwas verpasst zu haben, weil ich mich nicht getraut habe. Was die Reise nicht verändert hat ist definitiv mein Leben in Deutschland, was auch irgendwie schön ist. Ich komme wieder zu meinen Leuten zurück nach dieser intensiven Zeit und weiß was ich habe. Ich habe mein strukturiertes Leben zurück. Weiß in der Regel was mich erwartet, wenn ich Morgens aufstehe und bin dafür auch echt dankbar.
Trotzdem ist nach der Reise vor der Reise und ich kanns nicht erwarten wieder loszuziehen. #traveltheworld!


Ich habe noch so viele Gedanken im Kopf, aber wenn ich das alles in Worte fasse, kann ich auch gleich ein Buch schreiben….. Was der Blog hier eigentlich auch geworden ist.

In diesem Sinne Danke an alle die Mitgelesen haben. Ein Teil dieser absolut irren Reise waren. Danke für all die Unterstützung, die ich hatte.
Das hier war definitiv die beste Zeit meines Lebens!
4 Monate absoluter Wahnsinn und ich Mittendrin!

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